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1 Kommentar schreiben zu Absatz 1 0 Gleich nach der ersten auf dem Ball geleisteten Unterschrift  kam er in eine Kiste, die ein Vierteljahr lang auf einem Regal bei Spirit of Football stand. Es war zwar eine ganz besondere Unterschrift, und zwar die des deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, aber enttäuscht war der Ball schon ein wenig, denn er hatte gemeint zu hören, dass er auf eine große Reise durch 15 Länder gehen und viele, viele Menschen kennen lernen würde. Von seiner Position im Regal aus bekam er auch mit, dass für diese Reise großartige Pläne geschmiedet wurden und es schien, dass er dabei sehr wichtig sein würde, aber wann nur war es endlich soweit?!

2 Kommentar schreiben zu Absatz 2 0  Nun, am Frühlingsanfang (der nicht wirklich einer war) wurde  er aus der Kiste geholt und feierlich vielen fröhlichen Menschen vorgestellt, die ihn und die, die ihn begleiten würden, verabschiedeten. Das fand in einem schönen alten Haus am Erfurter Anger statt, wo schon zu Wilhelm von Humboldts Zeiten ein internationaler und weltoffener Wind blies, weshalb das sehr passend war. Und zwei Tage später war es dann so weit: eine Gruppe von fünf nahm den Ball mit in ein eigens mit seinem Konterfei beklebten kleinen Bus, und weil so viele ihn auf den ersten Teil der Reise in das Ursprungsland des Fußballs begleiten wollten, gab es noch ein Dutzend Menschen mehr, die ihm zu Ehren in einen Zug nach London stiegen. Aber er hatte natürlich das bessere Los gezogen, denn er durfte die Meeresluft auf dem Ärmelkanal schnuppern und auf Bennis Arm den White Cliffs of Dover entgegen schippern – das war herrlich! In London wurde es dann etwas eng. Das Hostel, The Horse and Stables im Londoner Südwesten, war voller fremder Menschen und es roch irgendwie komisch, aber glücklicherweise gab es die schöne Dori, die mit ihm kuschelte, so dass er  beruhigt in seiner ersten Reisenacht einschlafen konnte.

3 Kommentar schreiben zu Absatz 3 0 Am Sonntag, dem 25. März war es endlich so weit, dass alle, die mit dem Ball nach England gereist waren, und die, die ihn aus dem Heimatland des Fußballs kennenlernen wollten, im Battersea Park in London, wo 1864 das erste Fußballspiel nach modernen Regeln stattgefunden hatte, eintrafen um den Ball das erste Mal zu kicken, was von nun an über hundert Tage lang quer durch Europa und den Nahen Osten bis nach Russland passieren sollte! Der schreckliche Sven durfte als erster den Ball kicken und das war sicherlich der bis jetzt großartigste Moment im kurzen Leben des Balls, denn nun kam er in seine Bestimmung. Fast alle Anwesenden trugen gestreifte Hemden und komische  Bärte und Schuhe, wie damals, und die Musik dazu war lustig und schnell und man bemühte sich nach den Regeln von früher mit dem Ball zu spielen aber vieles war auch ausgedacht und umso mehr Spaß hatten alle. Oh, er hätte noch viel länger auf dem grünen Rasen von Battersea Park herumrollen mögen, aber irgendwann werden Menschen immer müde und hungrig  und dann hat auch das tollste Ereignis ein Ende.  Etwas Schönes passierte aber noch, denn alle die da waren durften einen Kopfstoß machen und danach signieren und auf einmal wurde der Ball richtig bunt! Die Gruppe der Ballreisenden und ihre Freunde erhielten danach ein leckeres Mittagessen in der Sacred Heart Primary School und es wurde sogar mit Prosecco auf den Ball angestoßen, wie es sich gehört!

4 Kommentar schreiben zu Absatz 4 0 Montag musste der Ball schon früh um acht zur Arbeit. Ein Workshop fand in der St. Mary’s Primary School in Battersea statt, in dem die Geschichte von den ganzen Vorgängern des Balls erzählt wurde und das war nicht nur für den Ball interessant. Die Kinder waren unglaublich aufmerksam und machten richtig gut bei allen Übungen mit. Vielleicht wussten sie auch so gut Bescheid in Geografie, weil sie selbst aus vielen verschiedenen Ländern kamen? Der Ball wurde mal wieder richtig vom Reisefieber gepackt! Zum Abschluss spielten die Kinder auf dem Dach(!) der Schule zwischen all den Hochhäusern Fußball  und danach durften sie auf ihm unterschreiben – ein wunderbarer Vormittag für den Ball, der sich unter Kindern besonders wohlfühlt!

5 Kommentar schreiben zu Absatz 5 0 Nachmittags gab es einen ganz anderen Workshop in der Queen Mary’s University, wo ein eher kleiner, aber sehr interessierter Kreis von Studenten die Arbeit mit dem Ball kennen lernten. Sie interessierten sich dafür, weil sie in ihrer Umgebung etwas Ähnliches aufbauen wollen. Wichtig war ihnen, dass der Ball auch für Menschen zugänglich ist, denen es nicht so gut geht oder die zu Gewalt neigen und wollten sich über Methoden austauschen, die Gemeinschaftssinn und Respekt fördern. Hier waren sie beim Ball natürlich an der richtigen Adresse und auch hier fanden sich weitere Unterschriften ein, ebenso wie auf dem Weg zurück zum Wagen, wo Benni allen die er traf die Geschichte der Ballreise erzählte und diese natürlich sofort signieren wollten.

6 Kommentar schreiben zu Absatz 6 0 Dienstag, 27. März, verabschiedete sich der größte Teil der  Gruppe vom Ball und fuhr zurück nach Erfurt während fünf Ballträger und zwei Filmleute mit dem Bus nach Liverpool fuhren. Hier wohnt der Trainer der dortigen Fußballmannschaft, Jürgen Klopp, der auch ein großer Befürworter der Reise mit dem Ball ist. Zwar hatte er nur wenig Zeit, aber er und Andrew, derjenige, der schon mehrere Male ganz allein die Vorgängerbälle durch die Welt getragen hat, hatten viel Spaß miteinander (sie sehen ja schon wie Brüder aus!) und der Ball 2018 hat sich unsterblich in Jürgens Lächeln verliebt und will ihm nun alle Ehre machen – allein dafür haben sich die 15 Minuten schon gelohnt!

Quelle:http://spirit-of-football.de/2018/03/26/endlich-rollt-the-ball-2018-ein-blick-aus-der-kugel/